Mythos der Woche: Ist Glasfaser bei Gewitter anfällig?

Mythos der Woche: Ist Glasfaser bei Gewitter anfällig?

Draußen blitzt und donnert es und plötzlich stellt sich die Frage: Wie sicher ist eigentlich mein Internetanschluss bei einem Gewitter? Ein verbreiteter Mythos ist, dass Glasfaser bei Blitz und Überspannung genauso anfällig ist wie eine klassische Kupferleitung. Doch technisch gibt es einen entscheidenden Unterschied.

Licht statt Strom: Das macht Glasfaser anders

Bei klassischen DSL-Anschlüssen werden Daten über Kupferleitungen übertragen. Dabei kommen elektrische Signale zum Einsatz. Kupfer ist elektrisch leitfähig und kann deshalb grundsätzlich auch Überspannungen weiterleiten, die beispielsweise durch einen Blitzeinschlag in der Umgebung entstehen.

Bei einem Glasfaser-Anschluss sieht das anders aus: Hier werden die Daten mithilfe von Lichtsignalen übertragen. Glasfaser ist also nicht elektrisch leitfähig. Eine elektrische Überspannung kann daher nicht über die Glasfaser-Leitung bis ins Haus gelangen.

Gerade bei Gewitter ist das ein wichtiger technischer Vorteil gegenüber kupferbasierten Anschlüssen.

Glasfaser ist unempfindlicher gegenüber elektromagnetischen Störungen

Blitze erzeugen starke elektromagnetische Felder, die elektrische Leitungen beeinflussen können. Da Kupferleitungen elektrische Signale übertragen, sind sie gegenüber solchen Einflüssen grundsätzlich empfindlicher.

Die Lichtsignale innerhalb einer Glasfaser werden von elektromagnetischen Feldern dagegen nicht auf die gleiche Weise beeinflusst. Das macht die Datenübertragung weniger anfällig für solche Störungen.

Trotzdem gilt: Der Stromanschluss bleibt ein Faktor

Ein Glasfaser-Anschluss macht das eigene Zuhause allerdings nicht automatisch gewittersicher. Router, Computer, Fernseher und andere Geräte benötigen weiterhin Strom.

Kommt es während eines Gewitters zu einem Stromausfall, funktionieren diese Geräte ohne zusätzliche Stromversorgung nicht mehr. Auch Überspannungen über das Stromnetz können Schäden an der Technik im Haus verursachen. Ein geeigneter Überspannungsschutz für empfindliche elektronische Geräte kann deshalb unabhängig von der Art des Internetanschlusses sinnvoll sein.

Mythos oder Wahrheit?

Der Mythos ist falsch: Glasfaser ist bei Gewitter nicht so anfällig wie eine Kupferleitung.

Durch ihre Übertragungstechnik bietet Glasfaser bei Gewitter einen entscheidenden Vorteil. Zwar bleiben elektrische Geräte im Haus weiterhin von der Stromversorgung und möglichen Überspannungen abhängig, aber die Glasfaser-Leitung selbst stellt jedoch kein zusätzliches Risiko dar.

 

Von Menschen geschrieben. Mit KI unterstützt.